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| Freilandanlage zur ganzjährigen Haltung von Wasser- und Sumpfschildkröten - Der Schildkrötenteich |
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letzte Aktualisierungt: 10.01.2007
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- Der Schildkrötenteich -
Eine Freilandanlage zur ganzjährigen Haltung verschiedener Wasser- und Sumpfschildkrötenarten
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Vorrausetzungen für die ganzjährige Freilandhaltung der dafür geeigneten
Schildkrötenarten ist ein „Schildkrötenteich“, der im Gegensatz zum herkömmlichen Gartenteich
folgende Bedingungen aufweisen sollte:
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- vollsonnige Lage
- große Flachwasserbereiche
- einen mindesten 1m tiefen Bereich zur frostsicheren Überwinterung
- keine glatten und steilen Uferböschungen
- genügend Sonnenplätze in Form von aus dem Wasser ragenden Baumstämmen
- gute Strukturierung die den Tieren genügend Versteckplätze bietet
- Einfriedung der Anlage mit einer 40cm hohen glattwandigen Umzäunung
(Maschendraht ist eher eine Kletterhilfe und vollkommen ungeeignet)
- ein leicht nach Süden geneigter und vollsonnig gelegener Eiablagehügel an der
Nordseite der Anlage
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Der Schildkrötenteich
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Blick auf den Tiefbereich meines Schildkrötenteiches
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Der Schildkrötenteich gegen 10.00 Uhr Vorne der Tiefwasserbereich, im Hintergrund der um diese Zeit schon von der Sonne beschienene Flachwasserbereich. Dort wandern die Schildkröten morgens gezielt hin um sich auf Aktivitätstemperatur zu erwärmen.
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Mein Schildkrötenteich besteht aus einem ca. 6000 Liter fassenden
Folienteich.
Beim Umbau des Teiches im Jahre 2001 wurden einige, besonders für die
Schildkrötenhaltung relevanten, Anforderungen an die Struktur des Teiches berücksichtigt.
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Der Teich wurde um eine große Flachwasserzone erweitert, die ca. 50% der
gesamten Wasserfläche ausmacht. Dort beträgt die Wassertiefe maximal 20-30cm. Durch
die geringe Wassertiefe erwärmt sich das Wasser dort bei Sonneneinstrahlung
sehr schnell und heizt auch den Tiefbereich des Schildkrötenteiches mit auf. Insgesamt konnte die
durchschnittliche Wassertemperatur meines Schildkrötenteiches durch diesen Umbau wesentlich
erhöht werden.
Die Bodenfolie wurde so verlegt das im Bereich der Flachwasserzone eine ca. 50cm
tiefe Mulde entstand. Diese wurde dann 20cm hoch mit Rheinsand aufgefüllt.
In diese Bodenschicht wurden verschiedene Sumpfpflanzen eingesetzt. Diese
wuchern dort sehr stark und schaffen für die Wasserschildkröten und Sumpfschildkröten gute Versteckmöglichkeiten.
Andererseits werden durch regelmäßiges Auslichten aber auch viele besonnte
Stellen freigehalten wo die Schildkröten sich auf aus dem Wasser ragenden Ästen
sonnen können. Durch die Verwendung von Sand als Bodengrund wird das Auslichten
wesentlich erleichtert. In Kies verwurzelte Sumpfpflanzen kann man nach kurzer
Zeit kaum noch entfernen.
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Ein Teil des Schildkrötenteiches, die üppig bepflanzte Flachwasserzone Hier finden die Schildkröten viele Versteckmöglichkeiten und können sich gegenseitig aus dem Weg gehen. Dies beugt übermässigem Stress durch zu dominante Einzeltiere vor.


Gut versteckt beobachtet diese Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis die Umgebung
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Im Tiefbereich des Schildkrötenteiches wurde die steil ansteigende Folie mit einer griffigen
Oberfläche versehen. Dafür habe ich eine Schicht Beton mit aufgestreuten
Kieselsteinen auf die Folie aufgebracht. Der Beton wurde nach dem Abbinden
gründlich mehrmals gewässert bevor die Anlage endgültig befüllt wurde.
Die raue Bodenstruktur ist besonders für meine Europäischen Sumpfschildkröten Emys orbicularis wichtig. Diese
werden mit anderen Arten zusammen ganzjährig in der Anlage gehalten.
Es wird oft berichtet das insbesondere Europäische Sumpfschildkröten Emys orbicularis im Frühjahr nach
beenden der Winterruhe noch klamm durch die noch niedrige Wassertemperatur
nicht in der Lage sind schwimmend die Wasseroberfläche zum Luftholen zu
erreichen. Bei griffigem Untergrund laufen die Schildkröten dann am Boden
enlang bis zum Ufer. Ist die Böschung (besonders bei Folien und GFK
Fertigteichen) zu steil und glatt, ertrinken die Tiere sehr schnell.
Auch die wesentlich flinkeren Zierschildkröten Chrysemys picta sind bei
kühlem Wetter in Anlagen wo dies nicht beachtet wurde schon ertrunken.
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 Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis
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Weiterhin wurde am Rand der Flachwasserzone eine ca. 30- 40 cm hohe
Trockenmauer errichtet, die die Sonnenenergie speichert und längere Zeit Wärme
an die sich vor der Mauer sonnenden Tiere abgibt Zusätzlich ist die Anlage durch einen Windschutz, in Form von 1,80m
hohen Lamellenwänden und einer davor gepflanzten Hainbuchenhecke an der West-
und Nordseite geschützt.
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Sonnenbad vor der wärmespeichernden Bruchsteinmauer
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Das Wasser wird durch einen Filterteich sauber gehalten und von dort
über einen kleinen Bachlauf zurückgeleitet
Bei der Filterung des Teiches wird darauf geachtet das nicht das kalte Wasser
aus dem Tiefbereich angesaugt ,nach oben gepumpt und so mit dem von der Sonne
erwärmten Oberflächenwasser vermischt wird. Durch die Fixierung der Förderpumpe
in einer Wassertiefe von maximal 30cm wird dem vorgebeugt und der so genannte
Staudammeffekt verhindert.
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Der Bachlauf leitet das gereinigte Wasser in den Schildkrötenteich zurück

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In den Schildkrötenteich habe ich reichlich Hornkraut eingesetzt. Durch
diese an der Oberfläche treibende Pflanze werden dem Wasser die überschüssigen
Nährstoffe entzogen. Das Hornkraut vermehrt sich im Sommer sehr stark und ein
Teil muss von Zeit zu Zeit mit dem Rechen abgefischt werden.
Der Randbereich ist hauptsächlich mit Kalmus, Rohrkolben und Wasserschwertlilie
bepflanzt. Diese relativ hoch wachsenden Uferpflanzen werden ebenfalls
stellenweise stark ausgelichtet, so dass die Pflanzen zwar Deckung bieten, aber
nicht den ganzen Uferbereich beschatten.
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Im Sommer wächst das eingesetzte Hornkraut rasant und wird alle 4-5 Wochen mit einem Rechen abgefischt
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kleiner Zusatzteich
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Für die Aufzucht der 4-5 jährigen Schildkröten und um eventuell unverträgliche Tiere
abtrennen zu können habe ich einen kleinen Teich mit einem Fassungsvermögen von
ca. 1000 Liter erstellt.
Dieser ist mit einer Frühbeeteinrichtung aus 4x6 cm starken Holzbalken versehen.
Die 4 Seitenwände und die Abdeckelemente sind mit grüner Deltafolie bespannt, die
in vielen Bau- und Gartenmärkten erhältlich ist.
Die Seitenwände sind durch Flügelschrauben miteinander verbunden. Dadurch lässt
sich das gesamte Frühbeet sehr schnell auseinanderschrauben.
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kleiner Schildkrötenteich mit Frühbeetabdeckung
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Sobald die Sonne auf die abgedeckte Anlage scheint steigt durch den
Treibhauseffekt die Lufttemperatur schnell an. Selbst bei niedrigen Außentemperaturen
im Frühjahr und Herbst werden dann bei Sonneneinstrahlung trotzdem die für die
Schildkröten erforderlichen Temperaturen erreicht. Je nach Witterung wird durch
Schrägstellen oder wegnehmen eines oder mehrerer Abdeckteile die Temperatur
geregelt.
Das Wasser wird hier wie in der großen Anlage über einen Filterteich gereinigt.
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Der Schildkrötenaufzuchtteich
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Ab dem 3. Lebensjahr werden die kleinen Wasserschildkröten und Sumpfschildkröten in einem kleinen
Aufzuchtteich gehalten.
Dieser hat an der tiefsten Stelle einen Wasserstand von ca. 30 cm. Zum Ufer hin gibt
es größere Flachwasserbereiche mit einer Wassertiefe von 0 – 10 cm.
Wie auch in der Anlage für die ausgewachsenen Schildkröten ist die Folie mit einer rau strukturierten
Betonschicht verkleidet. Die Anlage kann bei kühler Witterung mit Doppelstegplatten
zur Temperaturerhöhung abgedeckt werden. Auf diese Weise wachsen die jungen Schildkröten
relativ ungestört unter naturnahen Bedingungen auf.
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Aufzuchtteich für die
2-3 jährigen Wasser- und Sumpfschildkröten
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