Mittelländische Zierschildkröte - Chrysemys picta marginata

 

Beschreibung

Verbreitung

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Fütterung

Vermehrung

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Überwinterung

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Stand 10.04.2006      



Die Mittelländische Zierschildkröte
Chrysemys picta marginata




Zur Zeit suche ich noch weitere ausgewachsene oder halbwüchsige Tiere dieser Unterart zur Erweiterung meiner Gruppe. Wenn sie Tiere abzugeben haben
senden sie mir bitte ein Mail.


 




Deine Tierwelt

 


Beschreibung:


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Beschreibung mit freundlicher Genehmigung: Holger Vetter und Michael Daubner (2000): Das Schildkrötenlexikon auf CD, L. Staackmann Verlag KG, München.




Naht zwischen 2. und 3. Wirbelschild deutlich gegen Naht zwischen 2. und 3. Rippenschild versetzt; Nähte der Rückenpanzerschilder dunkel umrahmt; Längsstreifen entlang der Mitte des Rückenpanzers meist fehlend oder höchstens schwach entwickelt; Diskusfeld des Rückenpanzers im Alter völlig einfarbig und zeichnungslos.





Variable dunkle Figur auf dem Bauchpanzer, meist oval, bedeckt in der Regel nicht mehr als die Hälfte des Bauchpanzers (fehlt oft auf vorderen und hinteren Bauchpanzerschildern) und erstreckt sich nur entlang der Längsnähte der Bauchpanzerschilder.



In der Regel alle Halsstreifen rot

Die gelbe Kopfzeichnung
geht bei
Chrysemys picta marginata
im Halsbereich in eine rote Streifenzeichnung über


Verbreitung:


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Karte und Angaben zur Verbreitung mit freundlicher Genehmigung: Holger Vetter und Michael Daubner (2000): Das Schildkrötenlexikon auf CD, L. Staackmann Verlag KG, München.




Chrysemys picta (SCHNEIDER, 1783)


Verbreitungskarte modifiziert nach IVERSON (1992): A Revised Checklist with Distribution Maps of the Turtles of the World, Privatdruck, Richmond.




Bestimmungschlüssel für die Unterarten von Chrysemys picta



Reptilica




Chrysemys picta marginata (Mitteländische Zierschildkröte)


Man findet diese Unterart vom mittleren Kanada (südliches Quebec und Ontario) südwärts bis in die mittleren USA bis Kentucky, Tennessee und Alabama. Ostwärts reicht das ausschließlich östlich des Mississippi gelegene Verbreitungsgebiet bis in die Neuenglandstaaten, New York, Pennsylvania, West Virginia, Maryland, Virginia, North Carolina und Georgia.
Insgesamt ist diese Unterart (in reiner Form oder in Mischlingspopulationen) in folgenden Provinzen bzw. Bundesstaaten zu finden:

Kanada:

New Brunswick (nicht im Norden), Nova Scotia, Ontario (Südosten), Quebec (Süden)

USA:

Alabama (Nordosten), Connecticut, Delaware (Norden), District of Columbia, Georgia (Nordwesten), Illinois (nicht im Nordwesten und äußersten Süden), Indiana, Kentucky (nicht im äußersten Osten und Westen), Maine, Maryland (Norden), Massachusetts, Michigan (Südteil, östlicher Nordteil), New Hampshire, New Jersey (Norden), New York, North Carolina (äußerster Westen), Ohio, Pennsylvania, Rhode Island, Tennessee (nicht im Nordosten und Westen), Vermont, Virginia (äußerster Norden), West Virginia (nicht im Osten), Wisconsin (Osten)



Haltung:


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Meine Chrysemys picta marginata werden seit 2002 ganzjährig in einer Freilandanlage mit einem
ca. 6000 Liter fassenden Folienteich gehalten.



Um dies zu ermöglichen muss die Anlage allerdings so strukturiert sein das eine möglichst hohe Grundtemperatur erreicht wird. Insbesondere bei unseren wechselhaften Sommern und den oft nasskalten Übergangszeiten sind die nachfolgend aufgeführten Eigenschaften eine Grundvorraussetzung.


- vollsonnige Lage

- möglichst große Flachwasserzonen wo sich bei Sonneneinstrahlung das Wasser sehr schnell erwärmen kann.

- ein griffiger Bodengrund der sich vom Tiefbereich bis in die Flachwasserbereiche erstreckt.
  (Verhindert das Ertrinken der Tiere in den kühlen Übergangszeiten).

- Tiefbereich mindestens 1m tief (zur sicheren Überwinterung)

- Eiablagemöglichkeit in Form einer leicht nach Süden geneigten vegetationsfreien Fläche

- Verbesserung des Mikroklimas durch erstellen von wärmespeichernden Bruchsteinmauern
  Windschutzeinrichtungen in Form von Lamellenwänden und Hecken an Nord- und Westseite


In den vorhergehenden Jahren wurde eine kombinierte Freiland und Terrarienhaltung praktiziert.
Überwinterung ca. 3 Monate im kühlen Keller. Im Frühjahr bis zum Freilandaufenthalt Mitte Mai Terrarienhaltung.
Das Umsetzen vom Terrarium in die Freilandanlage brachte immer eine Art Eingewöhnungsstress für die Tiere mit sich, der nun durch die ganzjährige Freilandhaltung wegfällt
Im Sommer und Herbst 2002 fiel mir auf das meine Chrysemys picta marginata auch bei kühlem Wetter täglich gut Futter annahmen. Selbst als meine Emys orbicularis sich schon zur Winterruhe auf den Grund des Teiches zurückgezogen hatten nahmen meine marginata täglich Futter an. Erst Ende Oktober zogen sich auch die Zierschildkröten zur Winterruhe in den Tiefbereich des Teiches zurück.
Wenn man sich auf der Karte das Verbreitungsgebiet von Chrysemys p. marginata ansieht fällt auf das diese Unterart bis ins südliche Kanada vorkommt.
Aufgrund der nördlichen Abstammung und der positiven Erfahrungen beim Freilandaufenthalt 2002 entschloss ich mich die Tiere ganzjährig im Teich zu lassen.
Ein Problem könnte das bei uns ziemlich wechselhafte und nasskalte Wetter im Frühjahr sein.
In dieser Zeit beobachte ich die im Freiland lebenden Emys und die Chys. p. marginata sehr genau um bei eventuellen Erkältungen sofort eingreifen zu können
.
Bisher sind solche Erkrankungen aber bei den ganzjährig in der Freilandanlage lebenden Tieren noch nie aufgetreten.




männliche Chrysemys picta marginata





Fütterung:

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Gefüttert werden die Tiere mit Regenwürmern, Guppys, Nacktschnecken, getrockneten Bachflohkrebsen, getrockneten Garnelen und Gelatinefutter.
Als pflanzliche Nahrung stehen immer Wasserlinsen zur Verfügung.
Seltener werden Fischfutterpellets, mit Vitamin- Mineralstoffgemisch bestäubte Rinderherz und Rinderleberstückchen gefüttert.
Katzentrockenfutter wird wegen des zu hohen Fettgehaltes nicht mehr verwendet.
Auch Forellenpellets (z.B. Fisch Fit von Interquell) werden nicht mehr verwendet weil die Futterzutaten meines Erachtens nicht zur artgerechten Ernährung von Wasserschildkröten geeignet sind und der Fettgehalt hier ebenfalls zu hoch ist.

Seit 2001 füttere ich bei Haltung im Freigehege in Schönwetterphasen allabendlich mit der Futterpinzette immer zur gleichen Zeit und an derselben Stelle. Die Tiere gewöhnten sich sehr schnell daran. Auf diese Weise hat man die Tiere immer im Blick und kann auch den weniger dominanten eine ausreichende Futtermenge zukommen lassen .

Im Sommer 2001 wurde mit der Fütterung des selbst hergestellten Gelatinefutters begonnen.

Ich biete zur Zeit nur noch einmal wöchentlich Gelatinefutter an. Das relativ gehaltvolle Gelatinefutter bewirkt ansonsten bei zu häufiger Fütterung ein zu schnelles Wachstum.


Vermehrung:


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Werden die Tiere ganzjährig unter geeigneten Bedingungen im Freiland gepflegt ist die Nachzucht kein Problem. Kurz nach der Winterruhe beginnt die Paarungszeit, die sich von März bis Juni erstreckt. Die Eiablage erfolgt normalerweise von Mai bis Juni.
Bei mir setzte ein Weibchen 2005 zwei Gelege ab. Das erste bestand aus 8 Eiern. Das zweite aus 6 Eiern. Die Eier wurden in feuchtem Vermiculite bebrütet. Bei einer Bruttemperatur von 27- 31°C schlüpften die Jungtiere nach 51- 53 Tage.



Aufzucht:


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Sofort nach Schlupf werden die Jungtiere von Chrysemys picta marginata in flachen Hydrokulturbehältern im Freiland untergebracht. Als Sonnenplatz dient ein Stück Korkrinde. Zusätzlich werden als Versteck- und Klettermöglichkeit Aststücke, Steine und Hornkraut ins Wasser gelegt. Besonders bei den teils kühlen Temperaturen in den Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst müssen die Tiere die Möglichkeit haben mit Hilfe solcher Einrichtungsgegenstände die Wasseroberfläche durch klettern zu erreichen. Der Wasserstand wird in den Freilandbehältern in dieser Zeit wegen der Gefahr des Ertrinkens so hoch wie die Panzerbreite des größten Tieres gehalten. So können einerseits auf den Rücken gefallene Tiere sich selbständig umdrehen, andererseits ist der Wasserstand nicht allzu hoch, so dass die, bei niedrigen Temperaturen klammen, Jungtiere trotzdem die Wasseroberfläche ohne Probleme erreichen können. Die Behälter sind mit einer Maschendrahtabdeckung zum Schutz vor Katzen, Krähen, Mardern u.a. versehen. Bei kühler Witterung werden die Behälter ganz oder teilweise mit Glas- oder Doppelstegplatten abgedeckt um durch den Frühbeeteffekt die Haltungstemperatur zu erhöhen. Da sich die relativ kleinen Behälter abgedeckt sehr schnell erwärmen achte ich darauf, dass die Abdeckungen bei unerwartet warmer Witterung früh genug entfernt werden.
In diesen Behältern werden die Tiere bis zu einem Alter von 2 Jahren aufgezogen.





Aufzuchtbehälter für Schlüpflinge



Ab dem 3. Lebensjahr werden die Jungtiere in einem kleinen Aufzuchtteich gehalten.
Dieser hat an der tiefsten Stelle einen Wasserstand von ca. 30 cm. Zum Ufer hin gibt es größere Flachwasserbereiche mit einer Wassertiefe von 0 – 10 cm. Wie auch in der Anlage für die adulten Tiere ist die Folie mit einer rau strukturierten Betonschicht verkleidet. Die Anlage kann bei kühler Witterung mit Doppelstegplatten zur Temperaturerhöhung abgedeckt werden. Auf diese Weise wachsen die Jungtiere relativ ungestört unter naturnahen Bedingungen auf.

Aufzuchtteich für die
3-4 jährigen Tiere




Überwinterung:


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Spätestens Ende Oktober ziehen sich die Zierschildkröten in den Tiefbereich zur Überwinterung zurück.

Gut versteckt verbringen sie dort am Gewässerboden die kalte Jahreszeit. Die Tiere müssen während des Winters nicht zum Luftholen auftauchen. Aufgrund der geringen Temperatur sinkt der Sauerstoffbedarf der Tiere auf ein Minimum. Den benötigten Sauerstoff nehmen sie in dieser Zeit mit den Schleimhäuten aus dem Wasser auf. Um einen ausreichend hohen Sauerstoffgehalt des Wassers zu gewährleisten verwende ich in den Wintermonaten einen Oxydator der Firma Söchting (Im Zoohandel erhältlich).
An sonnigen Tagen kann man manchmal die Tiere dicht unter der zugefrorenen Oberfläche beim Unterwassersonnen beobachten. In diesem Fall darf auf keinen Fall, aus Angst die Tiere seien am ertrinken, die Eisschicht aufgeschlagen werden. Damit würde man die ruhenden Schildkröten erst recht aufschrecken. So in Panik geratene Tiere haben durch höheren Stoffwechsel einen größeren Sauerstoffbedarf und so besteht dann tatsächlich die Gefahr das die Tiere ertrinken.
An den ersten sonnigen Tagen im März erscheinen die ersten Schildkröten dann wieder an ihren Sonnenplätzen.
Bleibt es an mehreren aufeinander folgenden Tagen warm beginnen die Tiere wieder mit der Nahrungsaufnahme. Besonders im Frühjahr ist eine abwechslungsreiche und hochwertige Fütterung wichtig.

Bisher haben alle meine Tiere die Überwinterung im Freiland bei bester Gesundheit überstanden.



Literatur:

 


Die hier abgebildeten Titel sind allesamt empfehlenswert
und befinden sich auch in meiner Literatursammlung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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Hennig (2002): Zur Unterartbestimmung von Zierschildkröten, Chrysemys picta (Schneider, 1783); Radiata 11 Jahrgang, Heft 2
ISSN 1615-5475

Hummel, Mosimann, Artner und Eylander (2000): Bemerkungen zu den Zierschildkröten der Gattung Chrysemys GRAY, 1844 nebst Beobachtungen bei Haltung und Nachzucht der vier Unterarten C. p. picta, C. p. bellii, C. p. dorsalis und C. p. marginata; Emys, 7 (3): 4-28

Rogner (1998): Schmuck- und Zierschildkröten; Reptilia, 9: 18-23

Rudloff (1990): Schildkröten; Urania-Verlag, Leipzig, Jena und Berlin: 31, 35, 39, 45, 48, 54, 63, 65, 78, 88-91

Thieme (1998): Warum immer Rotwangen? Haltung und Vermehrung von Zierschildkröten der Gattung Chrysemys; Reptilia, 9: 28-32

Vetter & Daubner (2000): Das Schildkrötenlexikon auf CD.- Bergheim (L. Staackmann Verlag KG).
1500 Fotos, ISBN 3-88675-085-x
Verfasser und Vertrieb: Herr Michael Daubner, Jenseitsstraße 79, D-50127 Bergheim,Fax: 02271-93569
Mail: Daubner@Schildkroetenlexikon.de
http://www.schildkroetenlexikon.de/



Kalter (2006): Haltung, Aufzucht und Nachzucht der Mittelländischen Zierschildkröte (Chrysemys picta marginata),
Testudo 15. Jahrgang, Heft 1: 5-25
http://www.sigs.ch/testudo2006.aspx

 


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