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Die Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus
oder auch Mata-Mata genannt

(Fotos und Text von Nicole Klein)

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata
Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus
oder auch Mata-Mata genannt

BeschreibungVerbreitungHaltungFütterungVermehrungAufzuchtÜberwinterungLiteraturLinks

Beschreibung

Die Fransenschildkröte ist eine überwiegend aquatische lebende tropische Schildkröte, die bis zu 45 cm Panzerlänge erreichen kann. Ihr bizarres Aussehen und das Saugschnappen bei der Futteraufnahme macht sie zu einem interessanten aber nicht ganz einfachen Pflegling. Der Rückenpanzer ist rötlich braun bis schwarz und trägt 3 deutliche Längskiele. Der Rückenpanzer ist häufig mit Algen bewachsen, was dieser Schildkröte aber nicht weiter schadet. Der Rückenpanzer hat einen geraden Vorderrand, leicht konvex bis gerade Seiten und einen stark gezackten Hinterrand. 

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Das gelblich rötliche Plastron ist vorne breiter als hinten und generell schmal und reduziert sowie ohne Scharnier.

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Außergewöhnlich ist die dreieckige abgeflachte Kopfform mit seitlich abstehenden Hautlappen entlang des vorderen Halses („Fransen“) und Schnorchel artiger dünner langer Nase. Die kleinen Augen sitzen weit seitlich, der Mund ist sehr breit und verleiht der Matamata ein ständiges „Grinsen“ im Gesicht. Am Kinn sitzen 2 sehr lange Barteln. Die Hautfarbe ist grau bis bräunlich-rötlich.

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Der Hals ist so lang wie der Rückenpanzer und kann nur seitlich unter den Vorderpanzerrand gelegt werden (Pleurodira), aber nicht eingezogen werden. Der Schwanz ist kurz. Geschlechtsreife Männchen haben einen konkav eingewölbten Bauchpanzer sowie einen dickeren Schwanz. Die Gliedmaßen sind stark bekrallt und Schwimmhäute sind zwischen den Zehen aufgespannt.


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Verbreitung

Chelus fimbriatus besiedelt langsam fließende Flüsse, Altarme, schlammige Seen, Tümpel, Sümpfe und andere Wasserkörper im nördlichen bis mittleren Südamerika (nördliches Bolivien, östliches Peru und Kolumbien, Ecuador Venezuela, Guayana, Nord bis Zentral Brasilien). Sie bevorzugt es, sich leicht im Schlamm/Sand vergraben im Flachwasser aufzuhalten. Die Fransenschildkröte ist kein guter Schwimmer und man sieht sie meist über den Grund laufen und nicht schwimmen.


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Haltung

Aufgrund der klimatischen Bedingungen im Herkunftsland und der Größe der Tiere (bis 45 cm Panzerlänge!) benötigt die Fransenschildkröte ein ganzjährig beheiztes, großes Aquaterrarium mit sandig-schlammigen Bodengrund. Schwimm- und andere Wasserpflanzen sowie Äste und Unterwasserhöhlen vervollständigen die Einrichtung. Über den Platzbedarf der Tiere gibt es unterschiedliche Meinungen, zumal Fransenschildkröten wenig aktiv sind und Ihre Zeit zumeist an einem bevorzugten geschützten Platz verbringen. In Zoos werden sie oft in recht kleinen, aber gut strukturierten Becken gehalten. Meine halbwüchsigen Tiere (Panzerlänge ca. 20 und 23 cm) bewohnen zurzeit im Winter ein Becken von 150x70 bei 50 cm Wasserstand. Im Sommer haben sie ein etwas größeres Becken (200x80 bei 50-60 cm Wasserstand) im Gewächshaus.

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Die Bewohner sollten sich in jedem Fall bequem aus dem Weg gehen können und sich im Becken v.a. auch drehen können! Ein Landteil mit Eiablageplatz ist bei der Haltung von Weibchen zwingend und muss der Größe des Tieres angemessen sein. Wird ein Männchen gehalten kann man diesem auch die Möglichkeit bieten über einen breiten Ast/Brett ganz aus dem Wasser zu kommen, auch wenn es diese womöglich nicht nutzt.
Zur Beleuchtung des Beckens reicht eine gute Tageslicht-Leuchtstoffröhre oder ein HQI Strahler, sowie zeitweise ein Wärmestrahler über dem Eiablageplatz, Außenfilter, Heizstab, Thermometer (Achtung nicht freischwimmend, kann als Beute angesehen werden), und Zeitschaltuhr. Bezüglich der Temperaturen von Wasser und Luft sollte man sich an die klimatischen Vorgaben im jahreszeitlichen Wechsel des Herkunftslandes (Südamerika) halten. Auch in tropischen Gebieten gibt es eine, wenn auch geringe, Tag/Nachtabsenkung sowie jahreszeitliche Unterschiede. Wichtig ist zudem eine hohe Luftfeuchte was ein komplett geschlossenes Becken voraussetzt. Hier muss aber regelmäßig gelüftet werden
(Achtung vor Zugluft !).
Ich halte meine Fransenschildkröte im Sommer bei Wassertemperaturen von min. 25-28°C, wobei es im Gewächshaus auch schon mal über einige Tage im Hochsommer wärmer werden kann. Eine Nachtabsenkung erreicht man, wenn man den Heizstab nachts ausschaltet. Im Frühling und Herbst liegen die Wassertemperaturen bei 22-25°C. Die Übergänge gestaltet man schrittweise und erhöht/reduziert die Temperatur jeweils über einen Zeitraum von einigen Tagen.
Meine Tiere sind noch nicht geschlechtsreif, das Geschlecht bei einer Panzerlänge von etwas über 20 cm ist noch nicht eindeutig bestimmbar. Bisher vertragen sich die Beiden noch problemlos.

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Nimmt man die Tiere, zum Beispiel bei einer Grundreinigung des Beckens, aus dem Wasser wehren Sie sich heftig und schnappen um sich.
Paßt man nicht auf (Vorsicht ! langer wendiger Hals) kann schon mal ein Finger im Hals des Tieres verschwinden und es kann beim rausziehen zu Abschürfungen kommen. Dies ist unangenehm und sollte vermieden werden, ist aber kein Vergleich und bei weitem nicht so gefährlich wie bei einer Schnappschildkröte, wo der Finger ab sein kann! Die Fransenschildkröte sondert zudem ein stinkendes Sekret ab, wenn man sie aus dem Wasser nimmt.


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Fütterung

Die Fransenschildkröte wartet den ganzen Tag im Schutze einer Höhle oder im Bodengrund teilweise vergraben auf Beute (wait-and-ambush predator).

Fransenschildkröte - Chelus fimbriatus - Mata-Mata

Hier reagiert sie auf fast alles was ihr vor das Maul kommt. Bei entsprechendem Anreiz schnellt der Hals der Matamata vor und sie reißt ihr riesiges Maul auf um mit dem ins Maul einfließende Wasser auch die Beute zu bekommen („Saugschnappen“), meist vorbeischwimmende Fische und Insekten. Die Fransenschildkröte ist nicht satt zu bekommen und man muss aufpassen, dass man nicht zu viel füttert.
Ich füttere die Tiere einzeln je nach Temperatur 1-3 die Woche mit einer langen Pinzette. Das Futter (v.a. verschiedene Fische, Rinderherz) wird mit der Pinzette in Maulnähe gebracht, was schon reicht um den Schnappreflex auszulösen. Die Tiere schnappen sehr heftig zu und man muss aufpassen, dass Sie sich nicht an den Gegenständen (Ästen, Steinen, Pinzette) im Becken verletzen. Die Pinzette sollte lang genug sein und man muss sie gut festhalten. Je nach Angebot im Fachhandel bzw. aus dem eigenen Gartenteich füttere ich auch lebende Fische, die ich einfach ins Becken setze und die die Schildkröten dann erjagen. Man sollte bei der Lebendfütterung aufpassen, dass die Fische nicht zu groß sind und keine Stacheln haben, damit die Schildkröten sich nicht verletzen.


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Vermehrung

folgt noch

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Aufzucht

folgt noch

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Überwinterung

Eine Winterruhe hält Chelus fimbriatus nicht. Trotzdem sollten eine Tag/Nachtabsenkung sowie jahreszeitliche Unterschiede mit den technischen Hilfsmitteln simuliert werden.

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Literatur

Ernst & Barbour (1989): Turtles of the World, Smithsonian Institution Press (ISBN 1-56098-212-8)


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Links

Homepage von Nicole Klein (http://schlammschildkroeten.jimdo.com/mata-mata)
Seite von Nicole Klein



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