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Die Amboina-Scharnierschildkröte
oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis

(Fotos und Text von Nicole Klein)

Amboina-Scharnierschildkröte oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis
Amboina- oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis

BeschreibungVerbreitungHaltungFütterungVermehrungAufzuchtÜberwinterungLiteraturLinks




Beschreibung

Cuora amboniensis ist eine tropische Schildkröte, deren Haltung einigen Aufwand erfordert, da diese, auch auf dem Land aktive Sumpfschildkröte große, entsprechend beheizte Aquaterrarien benötigt.
Diese mittelgroße Sumpfschildkröte kann eine Panzerlänge von bis zu 20 cm erreichen. Je nach Unterart und Herkunftsland ist sie hochrückig oder flach mit langgestreckt ovalem oder rundem, grünlich-schwarzem Rückenpanzer.

Amboina-Scharnierschildkröte oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis

Große Bauchpanzerplatte mit gelber Grundfarbe und mit lateralen schwarzem Punkten/Flecken. Der Bauchpanzer besitzt ein mittleres Scharnier. Kopf und Hals mit typischer gelblicher Zeichnung. Die Nase ist spitz. Kinn und Halsunterseite sowie die Weichteile und Beine (soweit sie unter den Panzer reichen) hell. Die Extremitäten nach außen (vom Panzer weg) deutlich dunkler gefärbt. Adulte Männchen haben ein konkaves Plastron und lange dicke Schwänze. Männchen sind zudem oft etwas größer und massiger als die Weibchen, das betrifft vor allem auch die Köpfe.

Amboina-Scharnierschildkröte oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis



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Verbreitung

Cuora amboniensis ist weit verbreitet im südöstlichen Asien (Indien [Andamanen und Nikobaren, Assam], Bangladesh, Burma, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, östl. Indonesien, Sulawesi, Amboina, Philippinen). Diese Schildkröte besiedelt bevorzugt Tümpel, Teiche, Sümpfe, Sumpfgebiete, Moore, aber auch ruhigere Abschnitte in Flüssen oder z.B. Reisfelder. Obwohl eine stark aquatische Art, ist diese Schildkröte auch häufig an Land anzutreffen.


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Haltung

Aufgrund der klimatischen Bedingungen im Herkunftsland und dem gleichermaßen Bedarf von Land- und Wasserteil benötigt Cuora amboniensis ganzjährig beheizte, große Aquaterrarien.

Amboina-Scharnierschildkröte oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis

Der Wasserteil sollte mit Steinen, Ästen und Pflanzen gut strukturiert sein, um den Tieren Anregungen und Abwechslung zu bieten. Zudem sind Cuora amboniensis schlechte Schwimmer. So bevorzugen sie es unter Wasser herumzulaufen und benötigen zum Auftauchen meist Gegenstände an denen sie sich abstützen können. Trotzdem sollte die Wassertiefe bei adulten Tieren min. 30 cm betragen. Neben einem großzügig bemessenen und bepflanzten Landteil mit dem obligatorischen Eiablageplatz muß das Aquaterrarium Sonnenplätze an Land und über dem Wasser besitzen.

Amboina-Scharnierschildkröte oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis

Jegliche Bepflanzung im Wasser und an Land wird gleichzeitig als Futter, aber auch als Klettermöglichkeit oder zum Schutz genutzt. Entsprechend verträglich (ungiftig!) und robust müssen die ausgewählten Pflanzen sein.

Amboina-Scharnierschildkröte oder Malayische Scharnierschildkröte - Cuora amboinensis

Als Bodengrund für den Landteil eignet sich mit Laub durchsetzter feuchter Eichen- oder Buchenwaldboden. Einige Individuen graben sich gerne für eine Weile teilweise oder komplett ein, von daher sollte die Höhe des Bodengrundes mindestens 15-20 cm betragen. Rinde und Wurzeln werden als Höhlen genutzt. Cuora amboniensis ist in ihrem Verhalten sehr unterschiedlich (ev. je nach Herkunftsland/Unterart). Einige Weibchen verbringen oft Tage in Verstecken oder Eingegraben an Land, so daß nur der Kopf herausschaut. Die Tiere sind sehr aufmerksam und beobachten ihr Umgebung genau. Andere Individuen halten sich bevorzugt im Wasser auf. Jedes Tier hat seine eigene Höhle/Versteck/geschützen Lieblingsplatz, wo es sich überwiegend aufhält und den es nur zum Sonnen und Fressen verläßt. Bei entsprechend viel Platz sind die Weibchen untereinander und auch mit anderen Arten gut verträglich. Männchen müssen einzeln gehalten werden (s.u. Vermehrung). Männchen halten sich—außer zum Sonnen—überwiegend im Wasser auf.
Zur technischen Standartausrüstung des Beckens gehören Tageslicht-Leuchtstoffröhren, Wärmestrahler über den Sonnenplätzen, Außenfilter, Heizstab, Thermometer, und Zeitschaltuhr. Wahlweise können als Beleuchtung auch statt Tageslicht-Leuchtstoffröhre und Wärmestrahlern entsprechend leistungsstarken HQI Strahler angebracht werden. Allerdings sollte man bei Cuora amboniensis das Becken nicht voll ausleuchten und dunkle Ecken an Land und im Wasser belassen, die die Tiere während ihrer Ruhephasen bevorzugen.
Bezüglich der Temperaturen von Wasser und Luft sollte man sich an die klimatischen Vorgaben im jahreszeitlichen Wechsel des Herkunftslandes (Südostasien) halten. Auch in tropischen Gebieten gibt es eine Tag/Nachtabsenkung sowie jahreszeitliche Unterschiede, wenn auch weniger ausgeprägt als in gemäßigten Klimaten.
Als grobe Richtlinie gelten Wassertemperaturen von um die 25°-28°C. Lokal unter den Sonnenplätzen Lufttemperaturen bis zu 40°. Eine Nachtabsenkung erreicht man, wenn man den Heizstab nachts ausschaltet. Die Schildkröten sollten nicht ganzjährig bei gleichbleibend hohen Temperaturen gehalten werden. Für einige Wochen oder sogar Monate sollte man kühlere Phasen bei ca. 20-24° Wassertemperatur simulieren. Die Übergänge gestaltet man schrittweise und erhöht/reduziert die Temperatur jeweils über einen Zeitraum von einigen Tagen.

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Ich halte meine Cuora amboniensis von (ca.) Mitte Mai bis Ende September in einem Gewächshausteich, wo die Lufttemperatur durch Zuschaltung einer Heizung nicht unter 20° fallen kann. Je nach Wetter und Sonnenstunden erwärmt sich die Lufttemperatur hier tagsüber auf über 45°C. Von Ende September bis Mai werden die Tiere in einem großen Aquaterrarium (340x105x120 cm) mit Wassertemperaturen von lokal bis zu 28° gehalten.



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Fütterung

Adulte Cuora amboniensis ernähren sich in freier Wildbahn überwiegend herbivor. In Gefangenschaft nimmt die Schildkröte aber auch sehr viel (und gerne) tierische Nahrung an. Man muß dann aufpassen, daß die Tiere nicht zu wählerisch bezüglich pflanzlicher Nahrung werden. Gefüttert wird ein breites Spektrum an Trockenfutter (Lundi-Pellets, bunte Koi-Pellets, Sera Raffy P-Pellets, getrocknete Gammarus & Fische, Brekkies), Fisch (diverse Süßwasser-Fische, Stinte, Seelachs etc.), Muschelfleisch, Regenwürmer, Schaben, Asseln, Schnecken, Rinderherz und Mäuse (Babymäuse und Springer). Regenwürmer, Schaben, Asseln, und Achatschnecken werden auch an Land erbeutet und dort gefressen. Cuora Arten sind übrigens die einzigen Wasser- bzw. Sumpfschildkröten, die auch an Land fressen können. Neben den im Becken vorhandenen Wasserpflanzen wie Schilf, Wasserpest, Hornkraut, Wasserlinsen, Wasserhyazinthe und Muschelblumen wird regelmäßig Grünfutter angeboten (z.B. Löwenzahn, Vogelmiere, Feldsalat, Eichblattsalat, Endivie, Gurke, Zucchini, Tomaten und gelegentlich Äpfelstücke).

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Vermehrung

Männchen von Cuora amboniensis müssen aufgrund ihrer dauernden und aggressiven Paarungsversuche (Festbeißen am Hals!) einzeln gehalten werden. Neben den auftretenden Bißverletzungen besteht die Gefahr, das Weibchen ertrinken, da sie aus Angst vor dem Männchen nicht zum Luftholen auftauchen oder von diesem unter Wasser festgehalten werden. Auch die dauerhafte Vergesellschaftung von Cuora amboniensis Männchen mit anderen Schildkröten funktioniert nicht. Alles was annähernd nach Schildkröte aussieht wird angebalzt, selbst Weichschildkröten, manchmal sogar große Fische. Für alle Beteiligten (inkl. Halter) ist dies mit enormem Streß verbunden und die Einzelhaltung der Männchen ist dem vorzuziehen.
    Der Paarung von Cuora amboniensis kann ein sehr interessantes Balzverhalten vorausgehen, wobei das Männchen im Gesichtsfeld des Weibchens kreisende Bewegungen mit Hals und Kopf ausführt. Viel öfter jedoch versucht sich das Männchen überfall-artig im Hals des Weibchens festzubeißen. Das Weibchen wehrt sich entweder heftig, was zu unschönen Bißverletzungen am Hals führen kann, oder fällt in eine Art Starre und das Männchen kann Aufreiten. Die Paarung findet nur im Wasser statt, obwohl Weibchen auch an Land angebalzt werden.
Cuora amboniensis scheint sich das ganze Jahr über zu verpaaren. Ich setzte das Männchen gezielt und nur unter Aufsicht mehrmals im Jahr zu den Weibchen. Aufgrund der von mir vorgegeben klimatischen Bedingungen legen die Weibchen meist im Oktober und November ihre Gelege ab, seltener auch schon mal während unserer Sommermonate. In der Wildnis sind April bis Juni die Haupteiablagezeiten. Jedes Weibchen produziert im Abstand von wenigen Wochen mehrere Gelege mit 2-4 Eiern.

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Die Eier dieser Art sind extrem groß (4-5 cm lang) und hartschalig. Die Jungtiere schlüpfen je nach Temperatur nach 65-80 Tagen. Eine hohe Luftfeuchte scheint bei der Inkubation der Eier sehr wichtig zu sein.



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Aufzucht

Die Haltung der Jungtiere erfolgt wie die der erwachsenen Tiere in gut strukturierten und bepflanzten Aquarien. Jungtiere halten sich, anders als die erwachsenen Tiere, nur zum Sonnen an Land auf. Sie fressen in den ersten Monaten keine oder nur selten pflanzliche Nahrung.

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Überwinterung

Eine wirkliche Winterruhe hält Cuora amboniensis aufgrund der klimatischen Vorgaben aus den Herkunftsländern (Südostasien) nicht. Trotzdem sollten eine Tag/Nachtabsenkung sowie jahreszeitliche Unterschiede mit den technischen Hilfsmitteln simuliert werden.


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Literatur

Ernst & Barbour (1989): Turtles of the World, Smithsonian Institution Press (ISBN 1-56098-212-8)


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Links

Homepage von Nicole Klein (http://schlammschildkroeten.jimdo.com/cuora-amboniensis)
Seite von Nicole Klein



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